Was sind eigentlich soziale Medien?

Die Sozialforschungsstelle/Technische Universität Dortmund hat ein Verständnis vom Web 2.0, den sozialen Medien, entwickelt, welches in verschiedenen wissenschaftlichen Diskursen aufgearbeitet wurde: Wir verstehen soziale Medien als Internet-Anwendungen, die die Nutzung von user generated content fördern, auch bei Nutzern mit niedrigen Computer Kenntnissen. Diese Definition betrachtet sozialen Medien mehr als eine soziale Innovation denn als eine technologische. Die soziale Innovation, in dem Verständnis von Howaldt/ Schwarz (Socialinnovation: Concepts, Research Fields and International Trends, 2010) – wird als Unterstützung des user generated content gesehen – als ein Paradigma, dass die Art und Weise, wie Menschen in der Wissensgesellschaft Kommunizieren, Arbeiten und Lernen verändern kann.

Beispiele für solche Anwendungen sind wikis, blogs, Gemeinschaften (wie Facebook oder Youtube) und mobile Dienste (wie Twitter). Diese zeichnen sich durch eine einfache Handhabung aus, so dass sie von einer großen Zielgruppe genutzt werden können was wiederum notwendig ist, um den breiten sozialen Rahmen herzustellen. Auch Menschen mit niedrigen Computer Kenntnissen sollten in der Lage sein Inhalte zu generieren (siehe Rissola: “Suturing the digital gash”, 2005). Die Anwendungen der sozialen Medien verbinden die Produktion von Inhalten mit verschiedenen Kommunikationsmitteln, welche inhaltsorientierte Kooperation und Kommunikation unterstützen. Sie können einen aktivierenden Effekt auf die Nutzer haben (siehe OECD: “Participative Web”, 2010). Diese Anwendungen bringen großes Potenzial für Lehrmethoden, die den Schüler ins Zentrum des Lernprozesses stellen (student-driven learning) mit sich. Außerdem ermöglichen sie Fernunterricht, z.B. mit Hilfe von Handys. Vor diesem Hintergrund können die pädagogischen Potenziale der sozialen Medien als gute Unterstützung für das „student-driven learning“ gesehen werden. Während das pädagogische Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnik (generell, nicht nur bezogen auf soziale Medien) weit erforscht ist und soziale Medien bereits in die universitäre Lehre integriert sind, sind sie für Schullehrer noch nicht in einem ausreichenden Maß verfügbar. Es gibt eine Diskrepanz in der Nutzung sozialer Medien zwischen Universitäten und Schulen. Die Nutzung sozialer Medien für die Lehre auf Sek-II Niveau ist noch nicht weit verbreitet. Dies ist Zurückzuführen auf einen Mangel pädagogischer Konzepte und Lehrpläne für die Nutzung sozialer Medien in Schulen. Momentan haben Lehrer nur eine geringe Möglichkeit die Potenziale von „user generated content“ für pädagogische Vorhaben zu nutzen. Das Curriculum, das in Learn2Teach entwickelt wird, wird diese Kompetenzen vermitteln.

Unser Ansatz stützt sich auf die Ergebnisse des durch Comenius finanzierten Projekts TACCLE (BE-2012-168-001), welches Lehrern hilft ihre eigenen e-learning Materialen zu entwickeln. Während TACCLE auf e-learning in einem weiteren Verständnis zielt (mit einem Verweis auf soziale Medien) , wird L2T sich auf die pädagogischen Potenziale der Produktion von user generated content, seinen pädagogischen Hintergründen und den Kompetenzen, die benötigt werden um die Produktion von user generated content zu motivieren und zu vereinfachen, beschäftigen.

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